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SIEBEN DICHTUNGEN
( Petra Ohl DEU )
Licht der Neubeginne
So zart die kühle Morgenröte,
der Duft der kobaltblauen Frühe;
als ob Nachtharfe sich erböte,
vom Licht zu singen, dem die Mühe
vergangner Tage schmilzt. Ein Hauchen
umwirbt die frisch erweckten Sinne.
Und Honigknospenstrahlen tauchen
das Jetzt ins Licht der Neubeginne.
Himmel ohne Worte
Schau nur, die Schwalben fliegen tief
in lauen Sommerabendlüften -
ein Wehen, das im Dämmer schlief,
erfüllt den Raum mit Sternendüften.
Hörtest auch Du des Glühens Klang,
der Vögel Jubel an der Pforte,
die Rose, die das Licht besang
und einen Himmel ohne Worte -
Durchtränkt
Bisweilen sind die
Blätter grün
und durchtränkt
von den Tränen
aller Wiedergeborenen
Trauer erst läßt
den Regenbogen
hinüberwachsen -
Sinkende Sonne
Sinkende Sonne
Berührung, Erinnerung
tauchen ins Dämmerlicht -
nur ein kleiner Schmerz
glüht immerfort ...
Mondabend
Ruh nun vom Dornendunkel,
verlaß des Tages Wahn.
Ein Mond, rot wie Karfunkel,
zeigt dir die Blütenbahn,
wo der Gesang der Sterne
den wunden Geist betört,
bis dann in lichter Ferne
die Seele Seelen hört.
Annahme und Auflehnung
Tage der Spaltung -
wie wird
Widerspruch
Wechselgesang neuer Zeiten -
wer wirft
einen Stern
in die Waagschale
Sonntag
Milder Mittag
durchwoben
von Sonnenblumenstille...
Hängegeranien
in den Himmel binden...
Allmählich
zersingt sich
die Nacht...
Petra Ohl