Flugentenjagd
Federchen,
du schwebst so sacht,
bist vom Träumen aufgewacht.
Ferne, tief ins Abendrot,
folgst du deines Vogels
Tod.
Ganz sanft
Ganz sanft, mit leisen Tönen
von Violett und Gold,
wird sich das Licht
verschönen,
wenn es ins Dunkel rollt...
Gebet
wie könnte ich dir je
genügen
darin, o herr, was du mir
gabst?
du wirst es alles selber
fügen,
so, wie du korn und blume
labst.
denn all mein denken ist
vermessen,
bleibt nur dem endlichen
gemein.
in dir will ich die zeit
vergessen –
nicht alt, nicht jung, nicht
ich mehr sein.
Gehörlos
Es ist,
als käm´ von allen Seiten
ein tiefes, dumpfes
Abendrot,
als ruhte
in Vergangenheiten ein Leben
-
regungslos,
wie tot.
Und nichts,
kein Klang dringt in die
Stille.
Lautlos
bewegt sich jeder Mund.
Kein Ton
und keines Wortes
Wille
tut andrer Menschen
Seele kund.
Herbst
Des Herbstes Blätter sind
voll Licht,
so freundlich und so bunt,
als küsst´ ein
Himmelsangesicht
der lieben Erde Mund.
Innen und
Außen
Innen und Außen –
einander so fremd,
bis sich das Außen
dem Innen enthemmt,
weil es sich glücklich
dem andern ergibt,
sehnsüchtig faustisch
vom Innen geliebt.
Seifenblasen
Im Blau glänzt eine
Seifenblase,
sie schwebt so selig durch
die Zeit…
das Glitzern ihrer
Lebensphase
umhüllt des Atems
Endlichkeit.
Spürst
Du das Schweigen
Spürst Du das Schweigen,
das sich Neigen
vor einem Wort,
das in Dir steht
und in Dir klingt
wie Blumenreigen der Jugend
–
fern, vom Wind verweht?
©Harald
Gattermair
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