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  Harald Gattermair

dichtungen

8 DICHTUNGEN
 

 
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6 DICHTUNGEN

 

Harald Gattermair

 


Flugentenjagd

Federchen,
du schwebst so sacht,
bist vom Träumen aufgewacht.
Ferne, tief ins Abendrot,
folgst du deines Vogels
Tod.
 

Ganz sanft

Ganz sanft, mit leisen Tönen
von Violett und Gold,
wird sich das Licht verschönen,
wenn es ins Dunkel rollt...


Gebet


wie könnte ich dir je genügen
darin, o herr, was du mir gabst?
du wirst es alles selber fügen,
so, wie du korn und blume labst.

denn all mein denken ist vermessen,
bleibt nur dem endlichen gemein.
in dir will ich die zeit vergessen –
nicht alt, nicht jung, nicht ich mehr sein.
 

Gehörlos

Es ist,
als käm´ von allen Seiten
ein tiefes, dumpfes
Abendrot,
als ruhte
in Vergangenheiten ein Leben -
regungslos,
wie tot.

Und nichts,
kein Klang dringt in die Stille.
Lautlos
bewegt sich jeder Mund.
Kein Ton
und keines Wortes
Wille
tut andrer Menschen
Seele kund.
 

Herbst

Des Herbstes Blätter sind voll Licht,
so freundlich und so bunt,
als küsst´ ein Himmelsangesicht
der lieben Erde Mund.


Innen und Außen

Innen und Außen –
einander so fremd,
bis sich das Außen
dem Innen enthemmt,
weil es sich glücklich
dem andern ergibt,
sehnsüchtig faustisch
vom Innen geliebt.
 

Seifenblasen

Im Blau glänzt eine Seifenblase,
sie schwebt so selig durch die Zeit…
das Glitzern ihrer Lebensphase
umhüllt des Atems Endlichkeit.
 

Spürst Du das Schweigen

Spürst Du das Schweigen,
das sich Neigen
vor einem Wort,
das in Dir steht
und in Dir klingt
wie Blumenreigen der Jugend –
fern, vom Wind verweht?


©Harald Gattermair
 

 

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